Leonid SverdlovArzt für Chirurgie
Schmerzfreie Fissur-Operation
Fissur-Operation ohne Gefahr für den Schließmuskel und ohne Schmerz
Was ist eine Analfissur?
Schmerz beim Stuhlgang oder danach deutet auf eine Analfissur (Schleimhaut-Einriss am Darmausgang). Der Schmerz wird oft von einer Blutspur am Papier oder wenigen Bluttropfen begeleitet.
Hämorrhoiden verursachen dagegen eher ein Druckgefühl und so gut wie nie Schmerzen.
Eine Fissur bildet sich durch eine mechanische Überdehnung des Afters, typischerweise durch harten voluminösen Stuhl.
Ist der Riss bereits entstanden, heilt er deutlich langsamer als eine vergleichbar große Wunde an einem anderen Körperteil.
Das liegt an der Nähe des Schließmuskels. Der Muskel schließt die Schleimhaut über dem Riss und verwandelt ihn in einen kleinen geschlossenen Raum.
Stuhlreste bzw. Schleim können nun aus dem Riss nicht mehr abgehen und es bildet sich – wie in jeder infizierten und schlecht drainierten Wunde – eine bakterielle Entzündung.
Oft kommt es zur Anschwellung und zum Entstehen einer Vorpostenfalte im äußeren Bereich und / oder eines entzündlichen Polypen im Analkanal oder sogar zur Bildung einer Fistel.
Wie wird eine Analfissur behandelt?
Jede Fissur soll mehrmals am Tage durch das Abduschen gründlich gereinigt und mit einem speziellen Salbenverband abgedeckt werden.
Frische Risse heilen typischerweise in wenigen Tagen bis Wochen ab. Auch alte, chronische Fissuren können ohne chirurgischen Eingriff heilen – allerdings dauert hier der Heilungsprozess länger.
Salben mit Nitraten als auch Kortikoid-Salben werden bei uns prinzipiell nicht verwendet.
Eine weitere Voraussetzung für die Fissurheilung ist ein regelmäßiger und ausnahmslos weicher Stuhl.
Er kann durch Ernährung mit viel Ballaststoffen / pflanzlichem Öl oder durch Einnahme von Abführmitteln erreicht werden.
Wann muss eine Analfissur operiert werden; wie verläuft die Operation?
In ziemlich seltenen Fällen, wenn die Fissur trotz der Salbenbehandlung nicht heilt, wird von uns eine minimal invasive Operation vorgenommen.
Die abflussbehindernde äußere Hautfalte wird dabei entfernt und der Ausgang aus dem Fissurraum plastisch erweitert.
Der Eingriff bringt eine sofortige Schmerzlinderung; die endgültige Heilung erfolgt in wenigen Wochen.
Operationen wie Fissurektomie (Ausschneiden der Fissur) oder Sphinkterotomie (Schnitte am Schließmuskel) führen wir prinzipiell nicht durch.
Werden Fissuren ambulant oder stationär operiert?
Fissuren werden grundsätzlich ambulant operiert. Stationäre Behandlung ist dann erforderlich, wenn das Ausmaß der Operation größer wird, z.B. wenn Hämorrhoiden mitbehandelt werden müssen.
Muss man nach der Operation auf weichen Stuhl achten?
Ja, und zwar für immer! Falls es wieder zu hartem Stuhl kommt, kann eine neue Fissur entstehen.
Welche OP-Kosten kommen auf mich zu?
Von den privaten Kassen werden sämtliche Behandlungskosten übernommen.
Die gesetzlichen Kassen übernehmen die Krankenhauskosten von ca. 1200 Euro.
Die ärztlichen Honorare von ca. 800 Euro müssen vom Patienten privat getragen werden (das liegt nicht an der OP-Methode, sondern daran, dass der Chirurg kein Kassenarzt ist).